Viele Menschen sehen es als Kompliment, wenn sie als Perfektionist bezeichnet werden. Schließlich kann nichts falsch daran sein, wenn man sich immer mit den Besten misst und die höchsten Maßstäbe an sich selbst setzt. Weshalb sollte man sich also damit beschäftigen, den eigenen Perfektionismus abzulegen?

Das Streben nach bestmöglichen Resultaten und Perfektion ist eine wunderbare Sache und unterstützt unser Wachstum und unsere Weiterentwicklung im Leben. Doch es gibt verschiedene Gründe, die im Laufe des Lebens dazu führen können, dass dieses Streben zum Selbstzweck wird. Es entsteht dann eine Art Zwanghaftigkeit, die wir als Perfektionismus bezeichnen.

 

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Was ist Perfektionismus?

 

Es gibt also einen Unterschied zwischen dem gesunden Streben nach Exzellenz und Perfektion und dem zwanghaften Perfektionismus. Ein Perfektionist setzt sich nicht verhandelbare Standards und Ziele und fühlt sich niedergeschlagen oder sogar wertlos, wenn er diesen Ansprüchen nicht genügt. Zwanghaft perfektionistische Menschen setzen sich also mit ihren Denk- und Handlungsmustern unter enormen Druck.

Der Auslöser für diesen zwanghaften Perfektionismus kann vielseitig sein. Grob lassen sich Perfektionisten in zwei Gruppen unterteilen:

Zur ersten Gruppe gehören Menschen, die sich unrealistische und unerbittliche Ziele und Standards setzen. Für Sie gilt der Leitsatz: Alles oder nichts (Schwarz-Weiß Denken). Wenn diese Personen ihre Ziele nicht erreichen, fühlen sie sich häufig als Versager und sind niedergeschlagen.

 

Falls die Ziele doch erreicht werden, wird die eigene Leistung oft als selbstverständlich abgetan („Das hätte doch jeder geschafft!“) und das nächste Ziel sollte noch anspruchsvoller sein.

So entsteht ein Teufelskreis aus höher, schneller, weiter und dem Verlangen immer mehr zu erreichen. Prinzipiell ist nichts falsch daran, sich ambitionierte Ziele zu setzen. Doch diese Gruppe hechelt rastlos von einem Ziel zum anderen und kommt dabei niemals an. Es stellt sich weder Zufriedenheit, noch Freude ein. Die Person definiert sich ausschließlich über die eigenen Leistungen (häufig im Beruf), die aber nie genügen.

Zur zweiten Gruppe zählen Personen, die bestimmte Dinge zwanghaft tun oder vermeiden. Sie haben unerbittliche und unverhandelbare Ansprüche an sich selbst, ohne die es halt einfach nicht geht.


 

Welche Rolle spielen Gesellschaft und Medien beim Thema Perfektionismus?

 

Neben Erfahrungen und Prägungen haben beispielsweise die sozialen Medien einen gehörigen Anteil an diesem sich immer weiter ausbreitendem Verhalten. In den Medien wird den Menschen ständig vor Augen geführt, dass man nur mit einer bestimmten Figur, den entsprechenden Statussymbolen und dem richtigen Lifestyle glücklich, zufrieden und wert sein kann.

Das geht sogar so weit, dass sich das perfektionistische Verhalten beim Vertreten der eigenen Meinung zeigt. Viele Personen trauen sich beispielsweise nur noch Meinungen zu äußern, die von der Masse akzeptiert werden und von denen sie glauben, dass die Mehrheit genauso denkt.

 

Das reicht vom Thema Ernährung, Gesundheit, Kleidung, Autos, bis hin zur Politik (Political correctness). Wenn man sich im allgemein anerkannten Meinungskorridor bewegt, ist man sicher vor Kritik, Spott und Ausgrenzung.

Die treibende Kraft hinter Perfektionismus ist häufig die Angst: Angst vor Versagen, Konsequenzen, Kritik, Nicht-Geliebt und Akzeptiert Werden oder auch sozialer Ächtung. Ein häufiger Antrieb ist auch die externe Bestätigung und Anerkennung, die Menschen dazu verleitet, sich in zwanghaft perfektionistischem Verhalten zu verlieren.

 

Ist (zwanghafter) Perfektionismus eine Krankheit?

 

Perfektionismus ist ein psychologisches Konstrukt, das versucht, übertriebenes Streben nach möglicher Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären. Eine einheitliche Definition existiert nicht.

Je nach Ausprägung können perfektionistische Verhaltensweisen zu verschiedenen Krankheitsbildern wie beispielsweise Depression, Angsstörungen oder Zwangsstörungen führen.

 

Perfektionismus und der oft falsch verstandene Selbstwert

 

Perfektionisten binden ihre Identität und ihren Selbstwert häufig an externe Faktoren. Sie definieren sich und ihren Wert über Ihre Leistung und verteufeln sich bei Fehlern. Der Perfektionismus dient häufig als Maske oder Schutzschild vor Kritik. Schließlich ist man unangreifbar und sicher, wenn man alles perfekt macht.

Das führt letztlich dazu, dass Perfektionisten unfrei sind und sich ständig getrieben fühlen. Sie nehmen die Welt anders wahr, als jemand, der etwas lockerer mit den Dingen umgeht. Sie verlieren sich in Kleinigkeiten und verpassen häufig neue Erfahrungen. Schließlich ergibt es keinen Sinn, etwas anzufangen, von dem man nicht weiß, ob es auch tatsächlich perfekt wird oder ob man es perfekt kann.

 

Ein Vergleich: Das Streben nach Perfektion und krankhafter (zwanghafter) Perfektionismus

 

Wie zu Beginn erwähnt, ist das Streben nach Perfektion und Exzellenz eine wunderbare Sache. Im Folgenden sehen Sie den Vergleich zwischen gesundem Streben nach Perfektion und dem zwanghaften Perfektionismus.

Perfektionismus bedeutet alles muss immer perfekt sein. Denken Sie an eine Frau, die niemals ungeschminkt aus dem Haus geht. Egal, ob Sie zum Vorstellungsgespräch muss oder nur vor die Haustür geht, um den Müll rauszubringen.

Jemand, der ein gesundes Streben nach Perfektion hat, weiß, dass bestimmte Dinge Perfektion erfordern, wie beispielsweise die Reparatur von Bremsen am Auto, während dieser Anspruch bei der Wahl des Restaurants nicht notwendig ist.

Der Perfektionist sieht seine Fehler als persönliches Scheitern, anstatt sie als Möglichkeit zu sehen, etwas zu lernen und es das nächste Mal besser zu machen.

Zwanghafte Perfektionisten verlieren sich häufig in kleinen und unwichtigen Details oder vermeiden Aufgaben, von denen sie glauben, sie nicht perfekt erfüllen zu können. Jemand, der ein gesundes Verhältnis zu Perfektion hat, fokussiert sich auf das Wesentliche und kann Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.

 

Woher kommt Perfektionismus? Was sind die Ursachen?

 

Perfektionismus hat seine Wurzeln in verschiedenen Ängsten. Die Angst, nicht gut genug zu sein, die Angst, was andere über einen denken könnten, die Angst, nicht geliebt oder akzeptiert zu werden, die Angst vor Kritik oder die Angst vor (vermeintlichen) Konsequenzen.

Während gesundes Streben nach Perfektion intrinsisch ist. Es geht darum, sich realistische Ziele zu setzen und sein Bestes zu geben, um diese zu erreichen, ganz egal, was andere darüber denken.

Der Perfektionist setzt seinen Wert oft mit seinen außen sichtbaren Erfolgen gleich. Häufig geht es nicht um die Sache oder den Prozess an sich, sondern um die Anerkennung durch Außenstehende.

Wie bereits erwähnt, dient der Perfektionismus als Schutzschild. Es geht darum, sich selbst vor Kritik oder dem negativen Urteil anderer zu schützen. Doch der Perfektionist erreicht genau das Gegenteil damit.

Anstatt Kritik anzunehmen und sich zu überlegen, was man daraus lernen könnte, fühlt sich der Perfektionist persönlich in seinem Selbstwert angegriffen. Jemand mit einem gesunden Perfektionsstreben kann in der Regel mit Kritik besser umgehen, fürchtet sich nicht vor dem Urteil anderer und ist somit resilienter und freier. Er nutzt Feedback, als Möglichkeit sich zu verbessern und weiterzuwachsen.


Der Teufelskreis des Perfektionismus

 

Perfektionismus ist ein Teufelskreis. Kritik und vermeintliches Scheitern wird auf mangelnde Perfektion geschoben. Das führt dazu, dass der Perfektionist beim nächsten Mal noch verbissener an die Sache rangeht und sich selbst enormen Stress und Druck macht. Selbst wenn Ziele erreicht wurden, wird die eigene Leistung als Zufall oder Glück abgetan und ein neues größeres Ziel muss her.

Perfektionisten fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen oder sie grübeln häufig über die Richtigkeit vergangener Entscheidungen. Sie sind ständig am Zweifeln.

Sie vermeiden und verpassen neue Erfahrungen. Viele Dinge werden gar nicht erst angepackt oder ausprobiert, aus Angst, man könnte scheitern oder nicht so abschneiden wie erwartet.

Der eigene Wert wird immer mit dem Erreichen unverhandelbarer Standards, Bedingungen und der eigenen Leistung gleichgesetzt.

Der Perfektionist vergleicht sich ständig. Als Vorbild dienen häufig die Besten der jeweiligen Kategorie. Und wenn man dieses Niveau nicht erreicht, ist man ein Versager.

Der Fokus liegt dabei immer nur auf genau einem Bereich. Alle anderen Aspekte, in der die Vergleichsperson „unterlegen“ ist, werden ausgeblendet und nicht in den Vergleich mit einbezogen. Das ist ein sicheres Rezept, unglücklich und unzufrieden zu sein.

 

Perfektionismus kann man ablegen – Authentischer und entspannter Leben

 

Wie Sie gesehen haben, hat Perfektionismus verschiedene Formen, Ausprägungen, Ursachen und Ursprünge. Vielleicht haben Sie sich bisher gar nicht als Perfektionisten gesehen und jetzt festgestellt, dass Sie es doch im ein oder anderen Bereich sind.

In diesem Fall haben wir gute Nachrichten. Daran lässt sich arbeiten! Mit den folgenden Tipps wird es Ihnen hoffentlich gelingen, Ihren Perfektionismus in einem oder mehreren Bereichen in ein gesundes Streben nach Perfektion und Wachstum zu verwandeln. Dann lebt es sich garantiert stressfreier, freudiger und entspannter.

 

 

Perfektionismus ablegen – 10 Tipps für alle Meister der Selbstkritik

 

1) Der Perfektionismus Test – Bin ich überhaupt ein Perfektionist?

 

Bevor es daran geht, am eigenen Perfektionismus zu arbeiten, ist es wichtig sich bewusst zu werden, in welchen Bereichen man zum Perfektionismus neigt und wie stark dieser ausgeprägt ist. Manche Menschen sind nur in einem bestimmten Bereich Ihres Lebens Perfektionisten (zum Beispiel im Beruf), während sie ein anderen Bereichen überhaupt nicht dazu neigen. Andere dagegen werden feststellen, dass Sie in wesentlich mehr Kategorien ihres Lebens zum Perfektionismus neigen.

 

Typische Denkweisen und Aussagen, die einen Perfektionisten charakterisieren sind:

  • Ich verspüre ständig den Druck, immer alles richtig machen zu müssen.
  • Ich habe das Gefühl, ich bin ein Versager, wenn ich etwas nicht schaffe oder kann.
  • Nur wenn ich perfekt und fehlerlos bin, verdiene ich Liebe und Anerkennung.
  • Wenn ich einen Fehler mache, halten mich die anderen für einen Versager oder lehnen mich ab.
  • Aus Angst, zu versagen oder nicht gut genug zu sein, fange ich gar nicht erst an…
  • Wenn ich meinen Standards und Ansprüchen nicht genüge, gehe ich Dingen lieber aus dem Weg.


Überlegen Sie sich, welche der Aussagen auf Sie zutrifft und in welchen Lebensbereichen. Einen detailierten Perfektionismus-Test zur genauen Analyse finden Sie hier.

 

2) Perfektionismus verstehen – Meine selbstauferlegten Standards, Regeln und Ansprüche erkennen

 

Nachdem Sie festgestellt haben, ob Sie in einem oder mehreren Bereichen Ihres Lebens zum Perfektionismus neigen, werfen Sie jetzt einen Blick auf Ihre eigenen Ansprüche, Standards und Ihre selbstauferlegten Regeln. Diese sind oft der Grund für unser perfektionistisches Verhalten.

Wir alle leben jeden Tag nach unseren eigenen ungeschriebenen Standards und Regeln. Oft sind uns diese gar nicht bewusst. Sie haben sich über die Jahre eingeschlichen und sind fester Bestandteil unseres Handelns.

Fast alle unsere Handlungen, Routinen, Wahrnehmungen und Reaktionen werden von diesen Regeln bestimmt. Auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, nehmen wir die Welt, in der wir leben, und alles, was in ihr passiert, durch unseren persönlichen Filter wahr.

So beurteilen Sie bestimmte Dinge und Ergebnisse häufig komplett anders, als Ihr Kollege, der genau das Gleiche erfahren hat.

Viele dieser selbst geschaffenen Regeln und Standards helfen uns bei der Bewältigung unseres Alltags. Problematisch wird es jedoch, wenn sie unrealistisch hoch und zu unflexibel sind.

Damit sind die Standards gemeint, die kaum oder nur mit sehr hohem und unverhältnismäßigem Aufwand zu erreichen sind. In der Regel wird dann alles andere vernachlässigt, nur um dieser einen Sache gerecht zu werden.

Sich seiner eigenen persönlichen Standards und Ansprüche bewusst zu werden, ist ein großer Schritt auf dem Weg, den eigenen Perfektionismus in den Griff zu bekommen.

Sie sind der Antrieb für ungesunden Perfektionismus und halten ihn am Leben. Versuchen Sie verstehen zu lernen, weshalb Sie in bestimmten Situationen auf diese oder jene Weise handeln und reagieren.

Bei der Reflexion werden Sie erkennen, wie flexibel oder starr Ihre selbst auferlegten Regeln sind und ob Ihre Standards in bestimmten Bereichen eher hilfreich oder doch eher unverhältnismäßig hoch und fast erreichbar sind.

Diese Erkenntnis kann ungeheuer befreiend sein und gibt Ihnen die Möglichkeit, entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

Versuchen Sie, die verschiedenen Standards und Regeln zu identifizieren, die Sie in jedem Bereich Ihres Lebens für sich selbst festgelegt haben. Die Übung aus diesem Toolset hilft Ihnen dabei.

 

3) Perfektionismus ablegen – Was möchte ich konkret ändern? Ziele und Meilensteine festlegen

 

Perfektionismus zu überwinden erfordert Willensstärke und Disziplin. Es bedeutet, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist. Dazu gehört auch die Annahme und Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit.

Es geht dabei keinesfalls darum, alle selbstauferlegten Ansprüche, Standards, Regeln und Ziele komplett über Bord zu werfen. Stattdessen ist das Ziel, diese an die jeweilige Situation und Herausforderung anzupassen und flexibler und lockerer damit umzugehen.

Viele unserer Ansprüche an uns selbst haben sich über Jahre entwickelt oder haben ihren Ursprung sogar in unserer Kindheit. Deshalb ist es nur allzu verständlich, dass Sie im Laufe des Prozesses immer wieder in Versuchung geraten, in die alten Gewohnheiten und Routinen zurückzufallen.

Hier ist es wichtig, sich Fehler und Rückschläge zu verzeihen und weiterhin dranzubleiben. Je besser Ihnen das gelingt, desto eher werden Sie Ihren zwanghaften Perfektionismus reduzieren oder sogar ganz überwinden.

 

Vielleicht haben Sie bereits festgestellt, dass Sie in mehr als nur einem Lebensbereich zum Perfektionismus neigen. Die Versuchung ist jetzt groß, sich all diese Baustellen auf einmal vorzunehmen. Sie erhöhen Ihre Erfolgsaussichten jedoch wesentlich, wenn Sie Schritt für Schritt an den einzelnen Bereichen arbeiten.

Wählen Sie also zu Beginn einen Bereich, von dem Sie sich schnelle Erfolge versprechen. Sobald Sie Fortschritte gemacht haben, können Sie sich den größeren Herausforderungen widmen.

Erwarten Sie nicht zu viel von sich und schon gar keine Perfektion. Versuchen Sie Ihr Bestes, geben Sie nicht auf und schon bald werden Sie Ergebnisse sehen. Diese Übung hilft dabei, die richtigen Ziele und Meilensteine zu definieren. Damit gelingt es Ihnen Schritt für Schritt, den zwanghaftem Perfektionismus auch wirklich nachhaltig abzulegen.

 

4) Was löst Perfektionismus in mir aus? Trigger erkennen und sie vermeiden oder lernen, souverän damit umzugehen

 

In vielen Fällen lässt sich perfektionistisches Verhalten auf einen bestimmten Auslöser zurückführen. Das kann beispielsweise eine Aufgabe, Situation oder eine Person sein.

Genau genommen ist nicht dieses Ereignis der Auslöser, sondern wie wir ihn wahrnehmen und damit umgehen. Welche Gedanken, Ängste und Befürchtungen kommen auf? Letztendlich ist es diese Wahrnehmung, die unser perfektionistisches Verhalten und unsere Reaktion daraufhin auslöst.

Versuchen Sie, diese Auslöser und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle zu identifizieren. Sobald das gelungen ist, versuchen Sie diese in einen für Sie realistischeren Kontext zu bringen. Dadurch wird es leichter, eine flexiblere und ausgewogenere Reaktion auf diesen Auslöser zu finden. Im Perfektionismus Toolset ist eine Übung enthalten, die genau dabei hilft.

 

 

5) Perfektionismus loswerden: Aufhören sich ständig mit anderen zu vergleichen

 

Der ständige Vergleich mit anderen ist eine der wesentlichen Quellen für zwanghaften Perfektionismus. Das geht schon in der Kindheit los. Wir werden mit Vorbildern konfrontiert, denen man nacheifern sollte, um als erfolgreicher Mensch zu gelten. Anstatt uns mit unseren eigenen Qualitäten, Talenten, Wünschen und Eigenschaften zu beschäftigen und diese weiterzuentwickeln, um unsere Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Für den Perfektionisten werden solche Vergleiche jedoch oft zur Qual. Er verteufelt sich und sieht sich als Versager, wenn er es nicht schafft an das Niveau seines Vorbilds heranzukommen. Die Freude am Tun geht verloren und wird stattdessen zum Stressfaktor, der alles andere übertrumpft. Ziel ist es, diese ungesunden Vergleiche endlich zu stoppen. Die hier enthaltene Übung hilft enorm dabei. 

Dieser Artikel beschäftigt sich ausführlicher mit Phänomen des ständigen Vergleichs.

 

6) Selbstwertgefühl stärken: Ein starkes Selbstwertgefühl macht es dem inneren Perfektionisten schwerer

 

Eine weitere Quelle von zwanghaftem Perfektionismus ist häufig ein falsch verstandener oder nicht vorhandener Selbstwert. Das bedeutet, je besser man seinen eigenen Wert kennt, beziehungsweise ihn kultiviert, desto weniger Angriffsfläche hat der innere Perfektionist.

Dieser Artikel geht näher auf das Thema Selbstwert in Zusammenhang mit Perfektionismus ein.


7) Den Teufelskreis aus Vermeidung und Aufschieben zu durchbrechen

 

Das Aufschieben und die Vermeidung sind zwei häufige Symptome des Perfektionismus. Die Angst, etwas nicht perfekt meistern zu können, sorgt dafür, dass der Perfektionist diese Dinge so lange wie möglich aufschiebt oder ihnen komplett aus dem Weg geht.

Wieder spielt die Sorge, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen und als Versager dazustehen, eine wesentliche Rolle. Auch mögliche Kritik oder Spott von außen sind Antreiber des Vermeidungsverhaltens.

Beim Perfektionisten ist die Toleranz für Frustration, Misserfolg und das sogenannte Scheitern in der Regel sehr gering. Sobald die Gefahr droht, dass man einer Aufgabe nicht gewachsen ist, wird sie weggeschoben.

Die hier enthaltene Übung hilft dabei, den Teufelskreis der Vermeidung besser zu verstehen und passende Auswege zu finden. Im besten Fall wird Ihnen klar, dass die Angst vor dem Scheitern meist irrational ist und es wird Ihnen wesentlich leichter fallen, Dinge zu erledigen, die Sie bisher gerne aufgeschoben haben.

 

8) Nobody is Perfect: Imperfektionstoleranz trainieren

 

Perfektionisten tun sich schwer damit, die eigenen Fehler und Schwächen auszuhalten. Alles muss perfekt sein oder es ist nichts wert. Das ist das typische Schwarz-Weiß Denken, das dazu führt, dass der Perfektionist Dinge entweder gar nicht angeht oder sich in endloser Detailarbeit verliert.

Beides macht extrem unfrei und zwingt ihn in eine bestimmte Routine, die seiner Meinung nach notwendig ist, um die bevorstehende Aufgabe perfekt zu erledigen.

Sobald es uns gelingt, uns von diesen Zwängen zu befreien, indem wir zumindest zu einem gewissen Teil unsere eigene Unvollkommenheit und Imperfektion zu akzeptieren, fühlen wir uns wesentlich freier.

Es ist also in jeder Hinsicht ratsam, Imperfektionstoleranz zu trainieren. Imperfektionstoleranz bedeutet konkret die Selbstannahme und Akzeptanz mit allen Fehlern und Schwächen.

In der hier enthaltenen Übung lernen Sie an einem praktischen Alltagsbeispiel, wie Sie Ihre Imperfektionstoleranz trainieren können.

 

9) Reflexion – Ein Perfektionismus-Tagebuch wirkt Wunder

 

Perfektionisten sind Meister der Selbstkritik. Sie erkennen jedes Detail, das besser sein könnte, aber bemerken selten, wenn etwas positiv ist und sie etwas gut gemacht haben.

Ein Perfektionismus-Tagebuch bietet die ideale Möglichkeit sich dem eigenen perfektionistischen Denken und der ständigen Selbstkritik bewusst zu werden und so beides besser in den Griff zu bekommen.

Selbst wenn wir erkannt haben, wie viel Stress und negative Gefühle uns unser perfektionistischer Anspruch bringt, ist es schwer, ihn loszulassen. Die achtsame Beobachtung und Reflexion des inneren Kritikers ist ein wesentlicher Schritt, um sich aus der Perfektionismus-Falle zu befreien.

In diesem Toolset finden Sie eine Übung, die Ihnen all Ihre perfektionistischen Denkmuster bewusst macht, die im Laufe des Tages aufkommen. Sie werden außerdem die Situationen erkennen, in denen der innere Kritiker sich zu Wort meldet.

 

10 Fortschritte bewusst wahrnehmen:

Schluss mit dem Alles-oder-Nichts Prinzip! Kleine Erfolge wahrnehmen und feiern. Verbesserungspotentiale erkennen und perfekt unperfekt sein

 

Auf dem Weg den eigenen Perfektionismus unter Kontrolle zu bekommen, ist es ungeheuer hilfreich, kleine Fortschritte und Verbesserungen zu erkennen und schätzen zu lernen.

Viele Perfektionisten leben nach dem Alles-oder-Nichts Prinzip. Kleine Verbesserungen und Erfolge werden häufig als unbedeutend oder reiner Zufall abgetan. Kaum ist ein Problemfeld gelöst, rückt schon das Nächste in den Fokus und der Perfektionist ist weiterhin dauerhaft unzufrieden.

Überwundene Probleme und Herausforderungen sind schnell vergessen und rücken in den Hintergrund. Das bremst auf Dauer die Motivation und den Fortschritt.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich über die eigenen Fortschritte bewusst zu werden und sie auch als Erfolge anzuerkennen. Im Perfektionismus-Toolset ist ein Arbeitsblatt enthalten, das bei dieser Reflexion hilft.

 

Perfektionismus ablegen – Fazit

 

Die Ursachen und Auswirkungen von Perfektionismus sind vielfältig und unterschiedlich ausgeprägt. Während ein Mensch nur in einem bestimmten Bereich des Lebens dazu neigt, bestimmt der zwanghafte Perfektionismus den kompletten Alltag. Die Behandlung reicht von kleinen Änderungen im Alltag, über ein Coaching bis hin zur Therapie. Perfektionismus kann im schlimmsten Fall zu einer Reihe von Krankheiten wie beispielsweise Angststörungen oder Depression führen.

Die gute Nachricht ist, dass sich Perfektionismus sehr gut behandeln lässt. Alle in diesem Artikel erwähnten Tipps bieten einen guten Anhaltspunkt dafür.

Den eigenen Perfektionismus endlich loszulassen, ist eine ungeheure Befreiung! Sie können sich selbst mit all Ihren Macken und Fehlern annehmen und lieben. Sie lernen sich so zu akzeptieren wie Sie sind. Ohne die ständige Angst vor Kritik, Spott oder Ablehnung. Verabschieden Sie sich von dem Gefühl, nicht wert und gut genug zu sein.

Das führt automatisch zu mehr Authentizität und somit zu mehr Glück, innerer Zufriedenheit und Gesundheit.

Dieses von erfahrenen Psychologen und Coaches entwickelte Toolset gibt Ihnen eine Schritt für Schritt Anleitung an die Hand. Es eignet sich zum Selbstcoaching oder für Ihre Arbeit mit Klienten: