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Glaubenssätze auflösen und Gedanken kontrollieren in drei Schritten – Selbstgespräche als wertvolle Quelle für Coaching

glaubenssaetze-aufloesen-gedanken-kontrollierenSelbstgespräche als wertvolle Quelle für Coaching?

Selbstgespräche sind  kein Anzeichen von Krankheit oder angehender Verrücktheit, vielmehr sind sie der endlose innere Dialog, den wir ständig mit uns selbst führen.

 

 

Durch die Einbeziehung dieses inneren Dialoges in den Coaching Prozess bekommen Sie authentische Erkenntnisse und ein besseres Verständnis für die Gedanken- und Gefühlswelt Ihrer Klienten.

Zusätzlich oder alternativ zu den gängigen Fragetechniken erleichtern und unterstützen Sie die Gedankenprozesse Ihrer Klienten, um Lösungen zu finden und zielgerichtete Handlungen zu initiieren. Mehr Bewusstheit über diese Selbstgespräche führt dazu, dass Gedanken und Glaubenssätze erkannt und in der Folge kontrolliert und verändert werden können.

Unsere Klienten bekommen ein besseres Verständnis für sich selbst. Dieses Verständnis sorgt für mehr Motivation und Verbindlichkeit auf dem Weg zur nachhaltigen Veränderung und Entwicklung.

Stellen Sie sich selbst die Frage: Bin ich mir über die meisten meiner tägliche Gedanken und Glaubenssätze bewusst oder lebe ich eher im Autopilot-Modus? Wenn Sie versuchen, sich an einen der letzten Sätze zu erinnern, die Sie zu sich selbst gesagt haben, kommt vielleicht so etwas wie „Ich bekomme es einfach nicht hin, ständig stelle ich mich zu blöd an“ in Ihren Sinn?

Das liegt daran, dass 80 % unserer Gedanken hinderlich oder negativ sind. Aber zum Glück haben wir die Chance, die in uns wohnenden Glaubensmuster zu identifizieren, aufzulösen und in die gewünschte Richtung zu verändern. So können wir unseren Coaching Klienten dabei helfen außergewöhnliche Erfolge zu erzielen.

Dieser Artikel zeigt Ihnen in drei einfachen Schritten wie wir unsere Glaubenssätze verändern oder auflösen und unsere Gedanken unter Kontrolle bringen können.

Was sind Selbstgespräche und welche Rolle spielen Sie?

Mit sich selbst reden hilft dabei Gedanken, Gefühle, Glaubensmuster und Erfahrungen zu verarbeiten. Selbstgespräche sind auch ein Spiegel von unserem Mindset, welches wiederum unsere Handlungen und somit unser Leben entscheidend bestimmt. Diese können motivierend und inspirierend, negativ oder hinderlich sein, wie das vorherige Beispiel in diesem Text aufzeigt. Es ist eine Kombination aus unseren bewussten Gedanken und unseren unbewussten Glaubenssätzen und Wahrnehmungen. Selbstgespräche helfen unserem Gehirn dabei die täglichen Erfahrungen und Informationen zu verarbeiten.

Wir können unsere Klienten dabei unterstützen ihre Gedanken und ihr Mindset zu kontrollieren, einschränkende Glaubenssätze aufzulösen und in die gewünschte Richtung zu verändern. All das erleichtert die Zielerreichung wesentlich und hat noch zahlreiche weitere

Vorteile für den Coaching Prozess:

  • Unsere Gedanken sind eine wertvolle Quelle für Einblicke und ein besseres Selbstverständnis
  • Die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Glaubenssätzen hilft unseren Klienten dabei, kreative, effektive und nachhaltige Lösungen für ihr Anliegen zu finden
  • Die Kontrolle und Reflexion der Gedanken hilft außerdem, potenzielle Zielkonflikte zu erkennen und die wahre Motivation hinter dem Coaching Ziel zu erkennen
  • Das Beobachten hilft, den internen Kontext (Was möchte ich wirklich?) und die externen Umstände (Was geschieht um mich herum?) besser zu verstehen
  • Dieses bessere Verständnis für die eigenen Gedanken und Glaubensmuster bringt neue Erkenntnisse und Perspektiven, die bei künftigen Herausforderungen eingesetzt werden können
  • Das Beobachten der Gedanken und des inneren Dialogs hält den Reflexionsprozess nach den Coaching Sitzungen aktiv. Der Klient arbeitet kontinuierlich daran, sich selbst besser zu verstehen.

 

Schritt 1 – Sich seiner eigenen Gedanken und Glaubenssätze bewusst werden

Stoppen Sie den Autopilot-Modus! Der erste von drei Schritten auf dem Weg unsere Gedanken zu kontrollieren, ist die Beobachtung und das Bewusstsein zu trainieren.

Es gibt verschiedene Methoden unsere Klienten zu ermutigen, die eigenen Gedanken und inneren Dialoge achtsam wahrzunehmen. Am Anfang braucht es etwas Übung, aber schon nach kurzer Zeit der Beobachtung wird sich Ihr Klient mit anderen Augen sehen. Er wird sich und seine Beweggründe besser verstehen und die Selbstsicherheit für künftige Entscheidungen wächst. Die Motivation mehr zu erreichen und richtig anzupacken steigt.

Den Klienten einzuladen, die täglichen Gedanken zu notieren ist die erste und einfachste Übung. Es geht darum, die inneren Dialoge, bewusst wahrzunehmen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob sie positiv oder negativ sind. Bewusste und positive Selbstgespräche können den Klienten helfen, persönliche Verantwortung für ihren Erfolg zu übernehmen. Negative Dialoge äußern sich oft als chronische Sorge, Ärger, Unsicherheit, Fehlersuche und Schuldgefühle. Stellen Sie Ihrem Klienten ein Tool zur Verfügung, mit dem sie ihre Gedanken aufzeichnen können, ohne diese zu beurteilen. In diesem Schritt geht es nicht darum negative Selbstgespräche zu überwinden oder zu verändern. Der Klient soll verschiedenste Gedanken und dazugehörige Gefühle niederschreiben, die im Laufe des Tages aufkommen. Diese Übung sollte täglich über den Zeitraum von mindestens einer Woche erfolgen.

Mit CleverMemo haben Ihre Klienten die Möglichkeit, die Aufzeichnungen direkt mit Ihnen im gemeinsamen Coaching Verlauf zu teilen. Auf diese Weise sind sämtliche Informationen automatisch in einem sicheren Bereich organisiert. Wenn wir uns bewusst machen was wir denken und zu uns selbst sagen, haben wir den ersten Schritt auf dem Weg, unsere Gedanken zu kontrollieren und Glaubenssätze zu verändern, geschafft.

 

Schritt 2 – Gedankenmuster erkennen, Selbstsabotage, limitierende Glaubenssätze und der innere Kritiker

Regen Sie Ihre Klienten zu Beginn an, die erstellten Notizen aus Schritt 1 noch einmal in Ruhe durchzulesen. Mit ein wenig Übung und einem offenen Blick gelingt es schnell, Muster und Glaubenssätze auszumachen. In diesem Schritt geht es vor allem darum, dominante Glaubenssätze auszumachen, den inneren Kritiker zu identifizieren, sowie selbst sabotierendes und hinderliches Verhalten im Hinblick auf die Coaching Ziele und Herausforderungen auszumachen. Sind die Gedanken und Gefühle objektiv wahr oder nur als subjektive Realität vom Klienten wahrgenommen? Diese Übung hilft auch irrationale und einschränkende Glaubenssätze zu erkennen.

Mögliche Erkenntnisse:

Bei der Analyse der Notizen aus Schritt 1 können oft viele positive Erkenntnisse gewonnen werden. Beispielsweise motivierende Situationen und Erlebnisse oder der Kontakt mit bestimmten Personen, die die eigenen Gedanken in eine positive Richtung lenken. Auch versteckte Talente und Qualitäten, denen sich der Klient bisher nicht bewusst war, können entdeckt werden. Aber auch einige hinderliche und negative Glaubensmuster und Gedanken kommen zutage.

Selbstsabotierende Gedanken wie kann man sie stoppen?

Von Selbstsabotage spricht man, wenn die Gedanken und das dazugehörige Verhalten mit dem eigentlichen Zielen in Konflikt steht. Dieses gegen uns selbst arbeiten passiert in der Regel unbewusst. Durch die Selbstsabotage verhindern wir beispielsweise die Erreichung unseres Ziels, wir manipulieren unsere Beziehung oder überzeugen uns selbst davon, dass unser eigentlicher Wunsch doch nicht das ist, was wir wirklich wollen. Beispiele für die Selbstsabotage ist das Aufschieben von Dingen (z. B. Schritte, die notwendig sind um unser Ziel zu erreichen), übersteigerte Selbstkritik, destruktive Gedanken und Verhaltensweisen oder übertriebener Perfektionismus. Selbstsabotage lässt sich als „Arbeiten gegen uns selbst“ zusammenfassen. (Dieses Coaching-Tool hilft dabei Selbstsabotage zu erkennen und sie zu stoppen)

Der innere Kritiker und wie bringe ich ihn zum Schweigen?

Negative Gedanken und der innere Kritiker tauchen häufig auf, wenn wir mit einer schwierigen oder unangenehmen Situation konfrontiert werden. Oft sagen wir zu uns selbst wenig hilfreiche Dinge wie „Ich Idiot“, „Ich werde es nie lernen“, „Jedes mal das gleiche“. Diese Kritik führt in der Regel nicht dazu, kühlen Kopf zu bewahren, Gelegenheiten zu erkennen und kreative Lösungen zu finden.

Der innere Kritiker sorgt dafür, dass wir uns schlecht, hilflos und kraftlos fühlen. Es gilt also unseren Klienten Wege zu zeigen, den inneren Kritiker zu enttarnen und ihn zum Schweigen zu bringen. Ermutigen Sie Ihre Klienten Situationen zu erkennen in denen die Selbstkritik übertrieben und schädlich ist. Stellen Sie dabei folgende Fragen: Wie fühlen Sie sich dabei? Gibt es einen „echten“ Grund für diese Kritik und wie könnten Sie dieser Situation in Zukunft anders reagieren? (Dieses Tool fordert den inneren Kritiker heraus und bringt ihn zum Schweigen)

 

Limitierende und Negative Glaubenssätze – Wie stoppt man sie?

Wie wir zu Beginn des Artikels erfahren haben sind 80 % unserer Gedanken und unserer Selbstgespräche negativ. Die Chancen stehen also gut, dass unsere Klienten bei der Reflexion der Notizen aus Schritt 1 Muster und negative Glaubenssätze identifizieren, die direkten Einfluss auf ihr Coaching Ziel haben. Nun geht es darum herauszufinden, ob diese Glaubenssätze auch objektiv wahr sind oder nur der subjektiven Wahrnehmung unserer Klienten entsprechen. Unsere negativen Glaubenssätze sind oft verallgemeinerte Urteile über uns selbst, die sich über die Jahre durch zahlreiche negative Erfahrungen entwickelt haben. Diese Glaubenssätze aufzulösen und zu verändern funktioniert leider nicht von heute auf morgen, sondern es Bedarf einiger Zeit und Übung.

Einige Fragen, die Ihren Klienten dabei helfen negative Glaubenssätze und Gedankenmuster zu enttarnen:

  • Welche Situationen und Erfahrungen führen immer wieder zu den gleichen negativen Gedanken?
  • Gibt es einen Glaubenssatz oder einen Gedanken, der immer und immer wieder aufkommt?
  • Führen Gespräche oder der Kontakt zu bestimmten Personen immer wieder zu negativen Gedanken oder Emotionen?
  • Gibt es einen bestimmten Glaubenssatz, der in verschiedenen Situationen immer wieder aufkommt?

Ermutigen Sie Ihre Klienten Muster, Gedanken, limitierende Glaubenssätze, die direkt im Verhältnis mit dem Coaching Ziel stehen aus den Notizen aus Schritt 1 zu erkennen.

 

Schritt 3 – Glaubenssätze auflösen, Gedanken kontrollieren und erfolgreich verändern

Im dritten und letzten Schritt geht es darum, die in Schritt 2 enttarnten Glaubenssätze und negativen Gedanken zu hinterfragen, aufzulösen und durch positive zu ersetzen.

Unser Mindset und unsere Glaubenssätze haben sich aus jahrelangen Erfahrungen entwickelt. Sie aufzulösen und zu ersetzen benötigt Zeit und Übung. Ermutigen Sie Ihre Klienten, die Achtsamkeit und Beobachtung des inneren Dialogs und der eigenen Gedanken im Alltag zu trainieren. Mit der Zeit wird die Kontrolle der Gedanken und die Fokussierung auf die neuen und positiven Glaubenssätze immer einfacher und klappt fast automatisch.

Einige Fragen, die helfen die negativen Glaubenssätze, die in Schritt 2 gefunden wurden, infrage zu stellen:

  • Verallgemeinere ich oder reagiere ich in diesem Fall über?
  • Welche Möglichkeiten gibt es noch darüber zu denken?
  • Übertreibe ich in diesem Fall vielleicht?
  • Wie würde eine neutrale Person diese Situation/diesen Gedanken einschätzen?
    (Hier finden Sie das komplette Toolset: Glaubenssätze erkennen, auflösen und ersetzen)

Nachdem unsere Klienten sich jetzt über Ihre negativen Gedanken und Glaubenssätze bewusst sind, ist es endlich an der Zeit, Sie zu ersetzen und die Gedanken aktiv in eine positive Richtung zu lenken.
Die erste Übung ist ein Blick auf die Liste mit den negativen Gedanken und Glaubensmustern. Wie lassen sich diese in einer neuen und dem Coaching Ziel zuträglicheren Weise formulieren?

Beispiel:

Aus dem Gedanken „Ich bin ein Idiot! Ständig mache ich Fehler! So wird das nie was mit der Beförderung“

könnte der Klient folgenden neuen Glaubenssatz formulieren, den er beim nächsten Fehler bewusst zu sich sagt:
„Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich werde herausfinden, woran es lag, daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen!“

Ermuntern Sie Ihre Klienten fünf der entdeckten negativen Gedanken und Glaubenssätze in positive und motivierende Statements umzuformulieren (schriftlich!). Im Anschluss können die neuen Formulierungen direkt in den Alltag eingebaut werden. Aufkommende negative Gedanken werden als Chance genutzt sie direkt auf positive Weise umzuformulieren.

Eine weitere Technik, um den inneren Dialog und Gedanken zu kontrollieren, sind positive Affirmationen. Sie sind allerdings nur hilfreich, wenn sie realistisch sind und der Klient auch tatsächlich daran glaubt. Um eine Affirmation zu formulieren, die dem Klienten entspricht, empfiehlt sich ein Blick auf die Qualitäten, Erfolge, Talente und eine Kombination mit den Zielen und Wünschen.

Bonus Tipp für Ihr Coaching:

Wie wir wissen braucht es Zeit die neuen positiven Denkansätze dauerhaft im Alltag zu integrieren. Laden Sie Ihre Klienten ein, ihre Gedanken (z. B. mit CleverMemo) auch nach Abschluss des Coachings aufzuzeichnen und mit Ihnen zu teilen. Das ist der effektivste Weg, um festzustellen, wie die nachhaltige Umsetzung gelingt und bei möglichen Rückschlägen direkt zur Stelle zu sein und den Klienten wieder in die Spur zu helfen.

 

Zusammenfassung: Ein Einblick in die Gedanken und Glaubenssätze Ihrer Klienten ist eine wertvolle Quelle für Ihr Coaching

Als Ergänzung oder Alternative zu konventionellen Fragetechniken bieten Sie echte Hilfe zur Selbsthilfe, indem Ihre Klienten die eigenen Gedankenabläufe besser verstehen und gezielt zur Zielerreichung einsetzen können. Sie bestärken Klienten auf dem Weg ihrer Veränderung und Entwicklung.
Es ist wichtig zu wissen, dass unsere Selbstgespräche (Gedanken, Glaubenssätze, Mindset) direkt unsere Emotionen und Handlungen beeinflussen. Die Kontrolle darüber ermöglicht uns bewusste Entscheidungen zu treffen und die richtigen Schritte zu gehen.

Dieses Toolset enthält Übungen für jeden der drei hier erwähnten Schritte. Sie helfen Ihren Klienten sich der eigenen Gedanken und Glaubenssätze bewusst zu werden, sie infrage zu stellen, zu kontrollieren und bewusst durch positive zu ersetzen. Hier bekommen Sie das Toolset —>

 

2018-07-31T17:35:13+00:00 Juli, 2018|

About the Author:

Richard Schuy
Gründer von CleverMemo - > Software für Coaching, Beratung & Therapie. So gelingt Ihren Klienten der Transfer in den Alltag nachhaltig