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Stress kann ansteckend sein – und sogar über Bildschirme übertragen werden. Eine Studie konnte zeigen, dass allein das Beobachten von gestressten Menschen Stressreaktionen in uns auslösen können. Das passiert selbst beim Betrachten von Fremden im TV oder Social-Media.

Das Phänomen nennt sich empathischer Stress. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt, wenn wir eine enge Beziehung zur beobachteten Person haben. Speziell beim eigenen Partner erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, den Stress des anderen zu übernehmen noch einmal um das Vierfache.

 

Forscher vermuten, dass unser Gehirn unter anderem darauf ausgelegt ist, Stresssignale anderer als Warnung wahrzunehmen, damit wir auf mögliche Gefahren vorbereitet sind.

 


Chronischer, mitgefühlter Stress ist gesundheitsschädlich:

 

Ständiger Kontakt mit negativen Nachrichten oder das Miterleben stressiger Situationen anderer kann also auch ohne eigenes Erleben ein echtes Gesundheitsrisiko darstellen.

Gerade im Coaching-Alltag lässt sich dieses Phänomen gut beobachten. Coaches arbeiten oft eng mit Menschen zusammen, die sich in belastenden Situationen befinden – sei es wegen Druck am Arbeitsplatz, privater Krisen oder großer Entscheidungen.

 

Häufig merkt der Coach bei intensiven Gesprächen, dass er selbst nervös wird, mitfühlt oder nach der Sitzung erschöpft ist. Besonders wenn die Klienten sehr emotional werden und über Ängste vor Jobwechsel oder -verlust oder Beziehungskrisen berichten, kann der Stress leicht auf den Coach überspringen.

Auch nonverbale Signale wie angespannte Körperhaltung, ein nervöser Tonfall oder hektische Gesten übertragen sich schnell. Viele Coaches nehmen die Anspannung der Klienten mit nach Hause und entwickeln Stresssymptome, ohne es direkt zu merken.

 

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Konkrete Tipps für Coaches zum Schutz vor empathischem Stress:

 

Bewusstes Abgrenzen:

Machen Sie sich vor und nach jedem Coaching-Gespräch bewusst, dass die Probleme des Klienten nicht Ihre eigenen sind. Ein kurzes Ritual (z.B. ein paar tiefe Atemzüge oder eine Affirmation) können helfen, sich emotional abzugrenzen.

 

Regelmäßige Selbstreflexion:

Überprüfen Sie nach Sitzungen Ihre eigene Stimmung und körperliche Verfassung. Fühlen Sie sich beispielsweise oft angespannt oder erschöpft? Solche Signale frühzeitig zu erkennen, hilft, rechtzeitig gegenzusteuern.

 

Resilienz trainieren und stärken:

Stärken Sie gezielt Ihre eigene Resilienz, zum Beispiel durch regelmäßige Selbstfürsorge, Reflexion, positive Selbstgespräche oder das Erlernen neuer Bewältigungsstrategien. Auf diese weise können Sie mit Belastungen gelassener umgehen und bleiben auch in herausfordernden Situationen stabil.

 

Pausen einplanen:

Planen Sie zwischen den Terminen ausreichend Pausen ein, um sich zu erholen und Abstand zu gewinnen.

 

Gesunde Routinen pflegen:

Achten Sie außerhalb der Arbeit auf ausreichend Schlaf, Bewegung und persönliche Erholung, damit Ihr Stresslevel insgesamt niedrig bleibt.

Lesetipp:

 

Grenzen kommunizieren:

Erlauben Sie sich, bei Bedarf klare Grenzen zu setzen – sowohl sich selbst gegenüber als auch im Gespräch mit Klienten.

 

 

Tipp:

Hier finden Sie 10 Tools zur Stress- und Burnout Prävention und Behandlung:

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Quellen und weiterführende Ressourcen: